Westfalenliga: Knoten geplatzt – Wacker besiegt Obersprockhövel 5:2

Kollektiver Jubel

Kollektiver Jubel – die Wackerfamilie tanzt

Kollektiver Jubel in der Erin-Kampfbahn! Die Wackerfamilie tanzt nach 90 starken Minuten. Das 5:2 gegen den SC Obersprockhövel wirkt wie ein emotionaler Befreiungsschlag. Der Knoten ist geplatzt.

Auch wenn es etwas dauerte in diesem spannenden Spiel gegen den bis hierhin Tabellen-Siebten aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, gegen den es im Hinspiel am 23. Oktober 2022 ein 1:1-Remis gab. Damals wie heute war es Bakir Basic, der die 1:0-Führung für unseren SVWO erzielte. Übrigens war dieses Spiel der Trainer-Einstand für Toni Molina.

Wer noch einmal reinschauen möchte: Bitteschön!

Der Knoten hieß bis dato „Auslassen bester Torchancen“. Besonders nach Wackerführungen legte das Team nicht konsequent nach. Die allesamt extrem engen Punktverluste waren deshalb immer bitter.

Minute 6: 1:0 durch Bakir Basic

So schien es auch zunächst heute zu laufen. Bakir Basic erzielte bereits in der 6. Spielminute das wichtige 1:0. Robin Franke flankte von der rechten Seite und im zweiten Versuch setzte Bakir dem SC-Keeper Aaron Kuhlmann den Ball in die Tornetzmaschen. Großartig!

Eine Minute später hätte der Doppelschlag perfekt sein können. Doch Elvis Shala scheiterte aus aussichtsreichster Position an eben diesem Kuhlmann. Eigentlich eine Hundertprozentige! Die Sache mit dem verflixten Knoten schien sich fortzusetzen.

Wacker druckvoll

Dabei agierte Wacker von Beginn an anders, besser, druckvoller und zielstrebiger als in den Anfangsphasen der bisherigen Spiele. Die akribische Arbeit von Trainer Toni Molina mit seinem Team in der vorangehenden Trainingswoche war deutlich zu spüren. Wacker wollte! Und das war deutlich zu sehen. Die Mannschadt entfachte mächtigen Druck auf das Tor der Weißen.

Wacker ohne 6

Vor dem Spiel musste das Molina-Team bereits den Ausfall von Stammkräften verkraften, drei im Mittelfeld, einer in der Abwehr und zwei im Angriff. Serhat Can musste wegen einer Verletzung passen. Julian Ucles Martinez und Gianluca Zentler fehlten wegen ihrer Spielsperren nach jeweils fünf Gelben Karten. Zusätzlich stand Leonardo das Silva Pantaleao aufgrund beruflicher Pflichten nicht zur Verfügung. Dazu kamen natürlich auch noch die dauerverletzten Kevin Holz und Marc Schröter.

Traditionsmannschaft mit Update

Marius Nolte und Marius Hoffmann bildeten deshalb, sozusagen, die Traditionsinnenverteidigung und machten ihren Job inklusive Rechtsverteidiger Florian Gerding und Linksverteidiger Yogan Cordero Astacio gut. Die Flanken der Obersprockhöveler, angetrieben von Spielführer Patrick Adam Dytko, erreichten im Wacker-Sechzehner ihre Adressaten nicht.

Nur einmal musste Torwart Frederic Westergerling alle Register ziehen und einen sehr gefährlichen Schuss abwehren. Die Wacker-Abwehr drängte die Außenangriffe des SC zumeist bis zur Torgrundlinie, sodass die Schüsse von dort aus spitzesten Winkeln in der Regel in den Fängen Westergerlings landeten.

Dieser stand wie immer auf der Platte, obwohl er im Training einen kurzfristigen Knock-Out wegstecken musste, als ihn ein harter Schuss aus kürzester Entfernung mitten ins Gesicht traf. Voller Einsatz für Wacker, Frederics Markenzeichen!

Marin Vranjic, zuletzt im Abwehrverbund tätig, rückte auf die Sechser-Position und war effektiver Dreh- und Angelpunkt zwischen Defensive und Offensive. Er setzte nach vorne Shala, Abdallah und Basic in Szene, sicherte auch gekonnt nach hinten ab.

Stärken und Schwächen

Trainer Molina sah Stärken und Schwächen in der ersten Halbzeit: „Wir haben sehr konzentriert gespielt, aber haben wieder einiges liegengelassen. Es hätte zur Halbzeit gut und gerne 2:0 oder 3:0 stehen können.“

Mannschaftskapitän Nico Brehm sah es ähnlich: „Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen und hätten mit einem deutlich besseren Ergebnis in die Halbzeitpause gehen müssen.“

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte war deutlich zu sehen, dass der SC Obersprockhövel heute nicht verlieren wollte. Das Team von Trainer Robert Wasilewski brachte seine ganze spielerische Klasse auf den Platz, Schnelligkeit und Dynamik. Doch der SV Wacker hielt Stand.

Minute 52: 2:0 durch Marius Nolte

Mehr noch: In der 52. Minute klingelte es zum zweiten Mal im Tor von Aaron Kuhlmann. Zuvor hatte der sich in bestechender Form präsentierende Bilal Abdallah nach Klassekombination wieder einmal auf der linken Seite durchgesetzt. Seine Flanke landete auf Umwegen beim aufgerückten Innenverteidiger Marius Nolte, der mit einem trockenen Flachschuss den Ball unten links ins Tor setzte. Riesenjubel auf dem Feld und ringsherum!

Nolte flachste nach dem Spiel: „Robin (Franke, Anmerkung d. Red.) hat mir vor dem Spiel gesagt, dass ich mal wieder einen machen muss. Hat dann ja ganz gut geklappt!“

Und wie! „Ein herausragendes 2:0! Schön herausgespielt!“, war des Trainers begeisterter Kommentar.

Nicht so begeistert war Toni Molina von der nachfolgenden Arbeitsphase seines Teams: „Dann kam es so, wie es kommen sollte. Der Gegner hat uns teilweise an die Wand gespielt und hat folgerichtig die zwei Tore gemacht. Wir waren zu weit weg. Wir haben es taktisch nicht gut gelöst, wir alle zusammen, Mannschaft und Trainerteam.“

SCO gleicht aus

Binnen sechs Minuten stellte der SC auf Remis. Arber Berbatovci (70.) und Patrick Adam Dytko (76.) zogen den Knoten wieder zu. Bei den Fans setzte der Gewöhnungseffekt ein, war dieses Szenario im Abwehrkampf doch wohlbekannt.

Doch dann kam alles ganz anders. Der SV Wacker Obercastrop rückte auf. Der Knoten platzte endgültig.

Minute 78: 3:2 durch Florian Gerding

Nur zwei Minuten später (78.) war es Rechtsverteidiger Florian Gerding, der im Sechzehner auftauchte, eine Flanke von der rechten Seite aufnahm und gekonnt zum 3:2 traf. Kollektiver Jubel!

Dann kam die Extra-Time Marke Elvis Shala. Ihm gelangen tatsächlich noch zwei Tore zum 4:2 (86.) und 5:2 (89.).

Minute 86: 4:2 durch Elvis Shala

Tor Nummer 4 entsprang seinem schnellen Lauf über die linke Seite in den Sechzehner hinein, den er mit einem sehenswerten Flachschuss an Aaron Kuhlmann vorbei in das lange Eck beendete. Genauso hatte er das gewollt!

Minute 89: 5:2 durch Elvis Shala

Genauso gewollt hatte Elvis Treffer Nummer 5. Nach Anspiel im Sechzehner lupfte er den Ball außerordentlich gekonnt über den SC-Schlussmann hinweg in die Maschen. Kollektiver Jubel!

Kurz danach ertönte der Abpfiff durch Schiedsrichter Claas Steenebrügge, der dieses für beide Mannschaften enorm wichtige Spiel konsequent leitete und deshalb mit fünf Gelben Karten auskam.

Stimmen nach dem Spiel

Trainer Molina nach dem Abpfiff: „Das 3:2 war unser Lohn durch Flo (Florian Gerding, Anmerkung d. Red.). Wenn man die letzten Spiele Revue passieren lässt, dann muss das auch einfach mal so sein, dass wir das 3:2 machen. Wir haben es erzwungen. Die zwei Tore danach waren einfach wunderschön. Es war ein Willenssieg. Wir waren mutiger als in der Woche zuvor. Aufgrund der Emotionalität und des Willens ein verdienter Sieg! Wir haben uns die drei Punkte erarbeitet.“

Molina bleibt aber auch Realist: „Das genießen wir jetzt. Ich will aber auch nochmal ganz klar sagen, dass wir weiterhin in der Verlosung sind. Wir müssen nächste Woche in Wiemelhausen nachlegen.“

Kapitän Nico Brehm: „Es war wild, aber es passt zu unserer Saison. Wir haben alles gegeben und haben diese 3 wichtigen Punkte in Obercastrop gelassen. Nach der Halbzeitpause waren wir etwas ängstlich, obwohl wir wussten, was auf uns zukommen wird. Dann macht Flo endlich das erlösende 3:2 und Elvis setzt mit seinem Doppelpack den Endstand fest. Wenn man überlegt, wieviel Pech wir in den letzten Spielen hatten, war es schön, dass heute der Fußballgott auf unserer Seite war.“

Torschütze Marius Nolte: „3 Punkte waren heute extrem wichtig. Von daher ist die Freude natürlich umso größer. Was mich heute ärgert ist, dass wir nach einer 2:0-Führung noch den Ausgleich zum 2:2 bekommen. Gefühlt geben wir das Spiel mit dem Ausgleich aus der Hand. Umso besser, dass wir dann die Tore auch konsequent gemacht haben. Am Ende tut uns der Sieg richtig gut, weil wir es in den letzten Spielen immer wieder verpasst haben, die volle Punktzahl einzusammeln. Die Stimmung ist jetzt oben und wir können mit viel Schwung in die nächsten Spiele gehen.“

Vorsitzender Martin Janicki: „Am Ende ist uns allen ein großer Stein vom Herzen gefallen und jetzt hoffe ich, dass wir den Deckel endlich draufmachen können in den nächsten Spielen.“

Doppeltorschütze Elvis Shala: „Wir haben Moral gezeigt. Wir hatten uns in der Woche vorher super vorbereitet. Deshalb waren wir selbstbewusst. Wir haben die Zweikämpfe angenommen und vorne die Dinger gemacht, eben schöne Tore sehr gut rausgespielt. Ein geiler Sonntag!“

Dem hat WackerMedia nichts hinzuzufügen! Außer: Wacker ist jetzt Siebter mit 32 Punkten. Der Abstand zum ersten Abstiegsplatz, gehalten vom DSC Wanne-Eickel, beträgt nun 5 Punkte, drei mehr als vor Wochenfrist.

Hier nur noch der Hinweis: Sonntag, 7. Mai, 15 Uhr, Bochum, Concordia Wiemelhausen trifft auf den SV Wacker Obercastrop.   

by WackerMedia: Vielhaber, Witte, Vielhaber